{"id":837,"date":"2017-06-23T02:01:48","date_gmt":"2017-06-23T00:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/mietkatze.de\/wordpress\/?p=837"},"modified":"2022-08-17T18:30:00","modified_gmt":"2022-08-17T16:30:00","slug":"statistische-ethik-fuer-autonome-fahrzeuge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mietkatze.de\/?p=837","title":{"rendered":"Statistische Ethik f\u00fcr Autonome Fahrzeuge"},"content":{"rendered":"<p>Hi,<\/p>\n<p>es ist ne Weile her, seit dem ich geschrieben habe, das es nicht viel zu schreiben gibt.<\/p>\n<p>Gut, an sich h\u00e4tte es das Eine oder Andere gegeben. \u00a0Ein Urlaub , ein Krankenhausaufenthalt, eine Beziehung, einige Zeit in Spanien, neue Aufgaben, einige Ausfl\u00fcge und ein Auto.<\/p>\n<p>Ich glaube irgendwer hat mal gesagt: Leben ist das was passiert, w\u00e4hrend man eigentlich was Anderes vor hat.<\/p>\n<p>Falls nicht, so hat ganz sicher schon mal jemand gesagt: Es gibt f\u00fcr alles ein erstes mal.<\/p>\n<p>In letzter Zeit liest man ab und zu von selbstfahrenden Autos. \u00a0Und &#8218;ab und zu&#8217;er geht es dabei auch um ethische Fragen, die man sich dabei stellen kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr wen soll sich ein Auto entscheiden, wenn es auf zwei Menschen zuf\u00e4hrt und unausweichlich einen von beiden trifft.<\/p>\n<p>Bei menschlichen Fahrern stellt sich so eine Frage nur theoretisch. Falls man als Mensch mal in so eine Situation kommt, ist sie schon wieder vorbei, bevor man sich \u00fcber die Abw\u00e4gung &#8211; der einen Entscheidung gegen\u00fcber der Anderen &#8211; Gedanken machen kann. Man reagiert der Erfahrung nach bestenfalls instinktiv.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Auto ist so eine Sekunde dagegen eine lange Zeit.<\/p>\n<p>Da kann man sich schon mal \u00a0\u00fcberlegen: \u00a0Die junge Mutter, den alten Opa, die Radfahrergruppe. Wen soll man \u00fcberfahren? \u00a0Oder doch lieber dran vorbeischlittern und den Insassen in den Abgrund rei\u00dfen?<\/p>\n<p>Jetzt gibt es da verschiedene Argumente und Bewertungsm\u00f6glichkeiten : die Mutter, die f\u00fcr ihr Kind da sein sollte und noch ein langes Leben vor sich hat. Der Opa, der zwar auch viele Enkel hat, aber vielleicht auch 2 Jahre sp\u00e4ter an einem Herzinfarkt gestorben w\u00e4re. \u00a0 Dann noch die Radfahrer, die ja eindeutig mehrere sind und man kann ja nicht einfach mehrere totfahren, wenn&#8217;s auch ein(e) einzelne(r) tut, oder ? \u00a0Und die Vorstellung, dass sich mein Auto in einem Anfall von \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Altruismus auf einmal gegen mich wendet..<\/p>\n<p>Wenn man sich diese Argumente durchliest, durch den Kopf gehen l\u00e4sst und ein wenig damit spielt. Dann wird zumindest mir schnell klar, dass ich nicht wollen w\u00fcrde, dass Menschen &#8211; aus dem Bauch heraus &#8211; so eine Entscheidung treffen. Und Autos erst recht nicht.<\/p>\n<p>Also, was tun ?<\/p>\n<p>Vielfach hab ich gelesen, dass man einfach keine Behandlung f\u00fcr solche F\u00e4lle ins Auto programmieren soll, und dann trifft es halt zuf\u00e4llig den Einen oder Anderen. \u00a0Aber wenigstens ist danach keiner dran schuld.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gibt es die Auffassung, dass selbstfahrende Autos nie in so eine Situation kommen. \u00a0Die Kameras sehen \u00fcber mehr als 100 Meter. \u00a0 Wenn die Fahrzeuge untereinander verbunden sind, h\u00e4tten sie schon lange im voraus alle Informationen, um eine gef\u00e4hrliche Situation zu erkennen und die Gefahr \u00a0auszur\u00e4umen. \u00a0Beispielsweise langsamer Fahren, ausweichen, \u00a0pr\u00e4ventives einsch\u00fcchterndes Hupen. Au\u00dferdem k\u00f6nnte man sich mal die Durchschnittsgeschwindigkeit anschauen, die man als Autofahrer in den meisten St\u00e4dten hin bekommt. \u00a0Dann sieht man, dass man meistens im Bereich von 30 km\/h ist. In Gro\u00dfst\u00e4dten eher weniger. \u00a0Man k\u00f6nnte also die H\u00f6chstgeschwindigkeit auch auf 40 oder so runter setzen und w\u00e4r dann wohl bei 25 km\/h im Schnitt. Das ist ein Bereich, der einem im Auto arbeitend oder fernsehend oder schlafend eh nicht weiter auffallen w\u00fcrde. Auf der anderen Seite w\u00fcrde dies das Risiko f\u00fcr Verletzungen deutlich reduzieren, falls es mal jemanden trifft.<\/p>\n<p>Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Titel und fragt sich: &#8222;Das ist ja alles sch\u00f6n und gut. Aber wo bleibt bitte die Statistik ?&#8220;<\/p>\n<p>Ok, vielleicht auch nicht. Denn eigentlich denken jetzt alle: &#8222;Verdammt, er hat es unterwegs doch nicht vergessen&#8220;.<\/p>\n<p>Au\u00dfer einem. \u00a0Und ich wei\u00df genau wer du bist!<\/p>\n<p>Alle Argumente bisher sind nicht grunds\u00e4tzlich schlecht, aber vielleicht gibt es ja doch eine Alternative.<\/p>\n<p>Daher hier mein Vorschlag zum Thema:<\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcr Verkehrsunf\u00e4lle umfangreiche Statistiken.<\/p>\n<p>Welche Art von Unfall ist passiert. Wie schnell waren die Beteiligten. (Vorgeblich und anhand der Spuren) Wie alt, welches Geschlecht hatten die Beteiligten und die \u00a0Art und Umfang der Verletzungen. \u00a0Daher ist man in der Lage Aussagen zu treffen wie:<\/p>\n<p>Bei einem Unfall mit 50 km\/h sterben 20 % der Beteiligten und 80 % \u00fcberleben. \u00a0Bei 70 km\/h ist das andersrum.<\/p>\n<p>\u00dcber den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann man sicher streiten, aber im Prinzip sollte man f\u00fcr jede der M\u00f6glichkeiten einen Wahrscheinlichkeitswert \u00a0f\u00fcr das \u00dcberleben aus einer Tabelle ablesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn man diesen dann auswertet und sich f\u00fcr die L\u00f6sung entscheidet, die die h\u00f6chste \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit f\u00fcr alle Beteiligten bietet, dann hat man auf lange Sicht die geringstm\u00f6gliche Zahl von Opfern und die h\u00f6chstm\u00f6gliche Zahl von Menschen, die dank dieses Systems \u00fcberlebt haben.<\/p>\n<p>So macht man es\u00a0 seit Langem auch recht erfolgreich in der Medizin, um verschiedene Behandlungsmethoden und Therapieformen gegeneinander abzuw\u00e4gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hi, es ist ne Weile her, seit dem ich geschrieben habe, das es nicht viel zu schreiben gibt. 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